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Übersäuerung - Faszien und Ernährung Teil 2/3

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© M.studio / Fotolia

Ernährung und Kollagen

Die Kollagenproduktion in unserem Körper reagiert sensibel auf vorrübergehende aber vor allem auf langfristige Veränderungen in Bezug auf unsere Ernährung und damit auf unsere Nährstoffaufnahme. Studien konnten dabei nachweisen, dass bis zu 50% weniger Kollagen gebildet wird, wenn es zu einer längeren Phase ohne oder zu stark reduzierter Nahrungsaufnahme kommt. Dies bedeutet konkret: Bei Einschränkungen in der Nahrungsaufnahme, also bei einer Diät oder einer zu geringen Kalorienzufuhr, kommt es zu einer verminderten Kollagensynthese. Wer also eine Diät macht sabotiert damit ggf. seinen Faszienaufbau und seine Regeneration. Fazit: Faszien mögen keine längerfristigen Diäten!

Damit also nach einer Belastung eine gute und schnelle Regeneration unserer Faszien eintreten und sich unser Bindegewebe erneuern kann, sollten wir genügend Nahrung in „guter“ Qualität zu uns nehmen. Denn: Je weniger wertig unsere Nahrung ist, desto mehr versuchen wir körpereigene Stoffe heranzuziehen, die aber eigentlich für andere Aufgaben in unserem Körper vorgesehen sind. Damit kann es zu Einschränkungen im Stoffwechsel und damit zu Einschränkungen beim Abtransport der Giftstoffe kommen.

 

Faszien und Übersäuerung

Über die Nahrung nehmen wir sowohl basen- als auch säurebildende Nährstoffe auf. Unser Körper entgiftet uns dabei über die Haut, Leber und Nieren, um Abfallprodukte oder Schadstoffe abzutransportieren. Auch die Säuren gehören zu diesen Abfallprodukten.

Unsere Faszien bevorzugen ein nur leicht saures Umfeld. Sie sind somit eher ein basisches Milieu gewohnt. 

Funktioniert unser Stoffwechsel durch eine unzureichende Ernährung oder ungesunde Lebensweise nicht korrekt, fallen zu viele giftige Stoffe an. Wir übersäuern. Die Folge: Die Giftstoffe werden im Bindegewebssystem zwischengelagert.

 

Was passiert dabei in unserem Körper?

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Das Bindegewebe geht von seiner flüssigen Form in eine Art „Gelform“ über. Das Gewebe kann dadurch nicht mehr frei gleiten. Das bedeutet wiederum: Geht das Flüssigkeitssystem in unseren Faszien in eine zähere Form über, dann können bei schnellen körperlichen Bewegungen die Strukturen nicht mehr ungehindert durch das Netzsystem des Bindegewebes laufen. Es entstehen folglich Kräfte, die beispielsweise auf unsere Nerven wirken können. Die Nerven werden sensibilisiert und die Schmerzschwelle sinkt. Wir nehmen Schmerzen also schneller wahr. So können Behinderungen in unserer Körper-Mechanik entstehen.

Neben einer Einschränkung der Motorik kommt es noch zu weiteren Prozessen in unserem Körper, gerade in Hinblick auf unsere Zellen. Abfallprodukte des Stoffwechsels wie z.B. Säuren, wandern normalerweise aus unseren Zellen in den Zellzwischenraum und werden dann von Lymphgefäßen und kleinsten Venen aufgenommen und zur Entgiftung weiter transportiert.

Hat sich nun das Flüssigkeitssystem von flüssig nach „fest“ verändert, können diese Stoffe weder optimal in die Zelle einfluten, noch können die Abfallprodukte zurück. Der Stoffwechsel ist gestört. Gifte verbleiben in unseren Faszien und es können keine „sauberen & frischen“ Produkte in unsere Zellen zugeführt werden. Dies behindert uns in der Regeneration.

 

Wie teste ich eine Übersäuerung?

Während das Blut einen konstant neutralen pH-Wert beibehalten muss, können die Werte anderer Zellen und Organe schwanken. Ein Arzt kann den pH-Wert über eine Blutgasanalyse feststellen. 

Zudem gibt es einen Schnelltest für Hause, den man in der Apotheke kostengütig erwerben kann. Hierfür benötigt man pH-Teststreifen. Durch Eintauchen der Papierstreifen in den Urin und dem anschließenden Vergleich mit der beigefügten Farbskala wird dessen pH-Wert ermittelt. Er zeigt an, ob unser Körper übersäuert ist.

Wer sicher sein will sollte das Ergebnis des Schnellest aber immer durch eine genauere Blutanalyse beim Arzt absichern.

 

Basische Ernährung

Um einer Übersäuerung des Körpers und des Bindegewebes und dadurch verklebten Faszien vorzubeugen, bietet sich eine basenüberschüssige Ernährung an. Viel frisches, unbehandeltes und regionales Obst und Gemüse auf dem Speiseplan können uns dabei helfen, eine Übersäuerung zu vermeiden und dadurch die Beweglichkeit des Körpers beizubehalten. Dazu kann eine Aufnahme von hochwertigen Mineralstoffen, basischen Säften oder Bitterstoffen helfen, die den Basenanteil in unserem Körper erhöhen und gleichzeitig die Säureausleitung forcieren.

Manchmal kann es helfen unseren Körper mit einem basischen Ganzkörper- oder Fußbad zu unterstützen, denn diese ermöglichen eine zusätzliche Säureausleitung über die Haut.

Wichtig bei einer basischen Lebensweise ist allerdings auch, dass Sie versuchen Stress zu vermeiden und für ausreichend Bewegung zu sorgen! Mit Sport und einem guten Faszienrollen-Programm können wir viel zur Beweglichkeit des Fasziengewebes beitragen.

 

Empfehlungen

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Zunächst ist das oberste Ziel bei einer Übersäuerung den Körper zu entgiften und den Säuregehalt zu verringern, so dass das Bindegewebe zurück in seine flüssige Form gehen kann. Das geht jedoch nicht von heute auf morgen. Der „Umbau“ des Bindegewebes dauert meist mehrere Monate.

Weiter gilt: Die Ernährung im Blick behalten. Der Körper sollte nicht zu viele säurehaltige Nahrungsmittel aufnehmen. Aber Achtung, nicht alle säurehaltigen Lebensmittel werden auch sauer verstoffwechselt. Wenn ein Nahrungsmittel sauer schmeckt, sagt dies erstmal nichts darüber aus, ob es nach Verstoffwechslung im Körper sauer oder basisch wirkt. Die meisten sauren Zitrusfrüchte machen den Körper basisch! Wichtig ist hierbei: Der säure-basen Ausgleich hat nichts mit einer Diät zu tun. Es ist eine Ernährungsumstellung, die dem gesamten Körper hilft wieder in das Lot zu kommen. Diese Ernährungsumstellung ist langfristig zu sehen. Vom Ernährungswissenschaftler und Nobelpreisträger Ragnar Berg wurde bereits um 1900 ein Verhältnis von sauer zu basisch wirkenden Lebensmitteln von 20:80 empfohlen.

Hier nochmal ein kleiner Überblick:

  • Basisch: die meisten Salate, Gemüse, Kräuter, Obstsorten wie beispielsweise Beeren, Aprikose, Ananas, Honigmelone und stilles Mineralwasser sowie Kräutertee

 

  • Gesund sauer: glutenfreie/-arme Getreidesorten (z.B. Bio-Mais, Naturreis, Hirse, Buchweizen, Amaranth, Quinoa), biologische tierische Produkte, Hülsenfrüchte (v.a. Bohnen, Linsen, Kichererbsen), Nüsse

 

  • Ungesund sauer: stark verarbeitete und zuckerhaltige Lebensmittel, glutenhaltige Getreideerzeugnisse, Milchprodukte, tierische Lebensmittel aus konventioneller Landwirtschaft, Alkohol, kohlensäurehaltige Getränke.

 

Im Alltag lassen sich auch kleine Dinge umsetzen. Dabei kann z.B. das Trinken von vier Tassen Basentee und 1,5 Liter Wasser pro Tag helfen. Verschiedene Geschmackssorten bekommt man im Reformhaus oder Biomarkt.

Faszientraining regelmäßig in den Alltag oder ins Training intergieren: So können wir die Geschmeidigkeit und Elastizität unserer Faszien aktiv beeinflussen und unser Bindegewebe unterstützen. Dabei können schon 10 bis 15 Minuten pro Tag ausreichend helfen! Gute Übungsbeispiele und Anleitungen gibt es hier

In diesem Sinne: Passen Sie auf sich auf und achten Sie auf Ihre Ernährung. Ihre Faszien werden es Ihnen danken!

 

Ausblick Teil 3/3:

Was unsere Faszien, neben einem guten Säure/Base-Haushalt, noch für eine optimale Erneuerung und Stärkung benötigen, zeigt Dr. Kathrin Vergin auch in der dritten und letzten Ausgabe. In der nächsten Folge geht es dabei um das Thema „Vitamine und Zusatzstoffe“. Dabei gilt es zu zeigen welche Zusatzstoffe, neben unserer "normalen" Ernährung“, wirklich sinnvoll sind und wie wir damit unsere Faszien besser unterstützen können. Erfahren Sie dazu mehr in der kommenden Ausgabe.

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